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Ratssitzung vom 17.03.1998:

Grenze heute kein Hindernis mehr

Die Rheinpfalz schrieb auf der Lokalseite Wörth am 19.03.1998 über die gemeinsame Sitzung mit Lauterbourg am 17.03.1998:

Grenze heute kein Hindernis mehr

Lauterbourg/Berg: Gemeinsame Bauplanung nahe Neulauterburg ein gutes Stück weiter

Zur dritten gemeinsamen Informationsveranstaltung zum grenzüberschreitenden Bebauungsplan trafen sich der Gemeinderat von Berg und der Stadtrat von Lauterbourg am Dienstag abend in der neuen Sporthalle in Lauterbourg. Die Planungen zur Gestaltung des gemeinsamen Platzes im Grenzbereich sind mittlerweile weiter fortgeschritten.

Im Zusammenhang mit dem Bebauungsplan gebe es eine ganze Reihe von begleitenden Maßnahmen auf französischer Seite, so der Lauterburger Bürgermeister Jean-Michael Fetsch. Er nannte beispielsweise die Projekte an der Lauter und der Lautermühle. Auch auf deutscher Seite gebe es mit den aktuellen Planungen zum Verkehr und der Mülldeponie begleitende Projekte, die gemeinsam mit dem Bebauungsplan zu betrachten seien.

Der Berger Ortsbürgermeister Rainer Gebhard betrachtete das Treffen als das Ende einer fast einjährigen Arbeit über die Grenzen hinweg. Für alle Beteiligten sei es etwas Neues, in zwei Ländern in zwei Sprachen mit zwei unterschiedlichen Rechtsgrundlagen zu planen. Von städtebaulicher Seite gehöre Neulauterburg zu Lauterbourg. Die vorliegende Planung führe dabei erstmals beide Teilbereiche zusammen. Der erarbeitete Rahmenplan könne vielleicht in einem Zeitraum von 20 Jahren verwirklicht werden. Dann könnten beide Ortsteile zusammengewachsen und die Grenze dadurch nicht mehr vorhanden sein. Auch in Zukunft werde es weitere Treffen zwischen beiden Räten geben müssen, so Gebhard. Der aktuelle Projektname lautet "Quartier Européen" bzw. "Europäisches Quartier".

Stadtplaner Acker von der Städtebau- und Raumordnungsstelle SDAU beim Departement in Straßbourg führte aus, das es sich um ein Modellprojekt handle. Dies habe dazu geführt, daß es im Rahmen der Euroäpischen Union finanziell gefördert werde. Ziel sei es, die Planungen bis zum Herbst abzuschließen, so das mit der Umsetzung in knapp zwei Jahren begonnen werden könne.

Die aktuellen Planungen stellten der französische Planer Thomann und sein deutscher Kollege Ehrmanntraut vor. Auf der französischen Seite stelle man sich eine städtebauliche Entwicklung in Richtung Westen vor. Auch das auf deutscher Seite geplante Gewerbegebiet wurde bei den Planungen einbezogen. Im Rahmen der Konzeptes zum Europaplatz sei eine veränderte Verkehrsführung vorgesehen. Eine mögliche Umgehung im Norden wurde angedacht.

Im direkten Bereich des symmetrisch aufgebauten Europaplatzes sei eine etwas höhere Bebauung vorgesehen. In Neulauterburg werde sich die bauliche Erweiterung sowohl im Bereich der Kandeler Straße als auch entlang der nach Scheibenhardt führenden Straße weiter nach Westen entwickeln. In diesen Bereichen seien eingeschossige Gebäude vorgesehen. Die Wohngebiete auf deutscher und französischer Seite sollen durch gemeinsame Erschließungsstraßen verbunden werden. Die Gesamtkonzeption sehe vor, auch städtebaulich nicht zueinander passende Elemente letztendlich zu einer gemeinsamen Planung zusammenzuführen. Neben der gemeinsamen Planung des Europaplatzes werden beide Gemeinden ihre eigenen Projekte in diesem Bereich weiter vorantreiben.

Der Berger Reinhard Scherrer (SPD) fragte in der Diskussion, wie bei den Planungen zum Bebauungsgebiet die verkehrliche Führung gedacht sei. Insbesondere interessiere ihn, ob der Verkehr weiter über Hagenbach führen solle. Hierzu führte Bürgermeister Fetsch aus, daß er keine explosive Erhöhung der Bevölkerungszahl durch die Neubauten erwarte. Insofern seien auch keine großen zusätzlichen Verkehrsprobleme zu erwarten.

Die Frage nach dem möglichen strukturellen Zusammenwachsen beider Teilbaugebiete stellte Hubert Fosselmann. Es sei ein Projekt über viele Jahre, so Gebhard. Die Erschließung werde das Abwasser nach Lauterbourg liefern. Alle weiteren Fragen würden erst in der Zukunft geklärt werden können.

Verbandsbürgermeister Brand bemerkte, daß man sich nach der kreativen Phase jetzt der Realisierungsphase nähere. Hier trete auch die Verbandsgemeinde auf den Plan, wobei jetzt der Flächennutzungsplan ins Spiel komme. Dabei gehe es auch um die rechtlichen Restriktionen im Zusammenhang mit der vorhandenen Mülldeponie. Hier seien erste positive Gespräche bereits geführt worden. Auch Bürgermeister Fetsch wünschte sich, daß der vorhandene Schutzradius von 300 Metern für das Bebauungsgebiet auf 100 Meter auf deutscher Seite reduziert werden könne.